Redebeitrag Frank Patta am 04.03.2026

Es gilt das Gesprochene Wort…Rede Frank Patta BV 04.03.2026

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

diese Wahl, die am kommenden Montag beginnt, entscheidet wohin die Reise geht.

 

Aber auch, wie wir zukünftig arbeiten und unsere Zukunft gestalten wollen.

 

Viele Beschäftigte haben das Gefühl, nicht mehr gehört zu werden.

Viele haben das Vertrauen in die Mitbestimmung und den Betriebsrat verloren. 

Interessenvertretung lebt nicht von Schlagzeilen, Angstmacherei

 

und Sätzen wie: „Wem‘s hier nicht gefällt, der kann ja gehen!“

 

Interessenvertretung braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen und aushalten.

Interessenvertretung lebt von gegenseitigem Respekt,

auch wenn wir mal unterschiedlicher Meinung sind.

 

Denn:

Es geht um mehr als Mandate und Mehrheiten.

Es geht um unsere Arbeitsplätze.

Um uns, um unsere Zukunft.

 

Und deshalb müssen wir heute auch unbequeme Dinge klar ansprechen.

 

Kolleginnen und Kollegen:

 

Falsche Loyalität und blinder Gehorsam werden uns nicht weiter helfen.

Denn blinde Gefolgschaft war noch nie ein Erfolgsmodell.

Schon gar nicht in Zeiten,

in denen sich Märkte verändern,

Kosten steigen und Standorte unter Druck geraten.

 

Unsere Arbeitsplätze sichern wir nicht mit Parolen.

Nicht durch reflexhafte Konfrontation.

Und ganz sicher nicht durch ideologisch vorgefertigte Antworten.

 

Wir sichern sie durch kluge, durchdachte, strategische Lösungen….Entscheidungen!

 

Ich frage euch:

Habt Ihr das Gefühl, das ist die letzten vier Jahre passiert?

 

nur ein paar Schlagwörter:

Abschaffen der Teamarbeit,

3 Schicht weg dafür regelmäßige Wochenendarbeit,

Schichtentkopplung….Krankenstand….Perspektivwerkstatt…

Entwicklungsstopp…..Perspektivlosigkeit für die Ausgebildeten…

Kurz: länger und mehr arbeiten für weniger Geld!

Man trifft nur noch Leute die weg wollen ….die die Schnauze voll haben…

Ehrlich: Hilft es uns, wenn man „auf Linie“ bleibt, auch wenn es dem Standort schadet?

Oder brauchen wir den Mut, eigenständig zu denken und eigenständig zu handeln?

Und das können wir!

…denn Kolleginnen und Kollegen,

alles was ich aufgezählt habe

 ist nicht Aufgabe der Gewerkschaft oder des Tarifvertrags

sondern dafür ist der Betriebsrat zuständig

 bzw. das hat euer IG Metall Betriebsrat für euch entschieden!

Und ein anders von Euch zusammengesetzter Betriebsrat

kann und wird das korrigieren!

Darüber entscheidet ihr ab Montag bei der Betriebsratswahl

Über nichts anderes!

Mein Team und ich von der Anderen Liste stehen für offenes Denken und mutiges Handeln.

Interessenvertretung bedeutet für uns nicht Gefolgschaft.

Sie bedeutet Verantwortung und Verpflichtung  gegenüber den Kolleginnen und Kollegen hier im Betrieb

Wer jetzt auf sture Konfrontation setzt, riskiert Vertrauen.

Wer jetzt auf Machtdemonstration setzt, riskiert Stabilität.

Und wer jetzt aus falsch verstandener Loyalität Entscheidungen mitträgt, die unserem Standort schaden,

wie unter anderem auch  die Golfverlagerung,

 das rigorose Outsourcen in allen Bereichen

und die daraus resultierende Arbeitsverdichtung der verbleibenden Arbeitsplätze

aber auch nicht zu vergessen der Druck auf die älteren und Leistungsgewandelten Beschäftigten

riskiert unsere Zukunft.

Denn auch hierfür ist der Betriebsrat zuständig!

Und die IG Metall Betriebsräte für Verantwortlich!

Das sage ich, weil es wirklich wichtig ist,

und weil wir es verändern können…wenn wir wollen

und weil das einige  unserer Kernforderungen für das Werk Wolfsburg sind.

 

Kolleginnen und Kollegen,

Best Practice heißt:

Jede Maßnahme wird daran gemessen, ob sie unsere Arbeitsplätze sicherer macht.

Ob sie unsere Wettbewerbsfähigkeit stärkt.

Ob sie langfristig tragfähig ist.

Eine starke Interessenvertretung ist frei im Denken.

Sie wägt ab.

Sie prüft Alternativen.

Sie verhandelt hart – aber verantwortungsvoll.

Und ja:

Manchmal bedeutet Verantwortung auch, unbequeme Wahrheiten auszusprechen.

Manchmal bedeutet sie, nicht jedem Applaus hinterherzulaufen.

Und manchmal bedeutet sie, sich gegen Gruppendruck zu stellen.

Das ist kein Verrat.

Das ist Haltung.

 

Kolleginnen und Kollegen,

 

Wir treten an, weil wir überzeugt sind:

Unsere Belegschaft verdient mehr.

Ihr verdient die bestmögliche Lösung.

Mit weniger Lagerdenken.

Und dafür mehr Ergebnisorientierung und mehr Strategie.

Wir das sind :

Beschäftigte aus eurer Mitte,  mit Leidenschaft für den Automobilbau, Stolz auf unser Werk,

aber auch

Fachkompetenz, Erfahrung und Verhandlungssicherheit.

Kolleginnen und Kollegen aus Entwicklung, Produktion, Qualität und Verwaltung.

Menschen mit Rückgrat.

 

Aber so stark ein Team auch ist –

allein bewirkt niemand etwas.

Keine Liste.

Kein Gremium.

Keine einzelne Person.

 

Die wahre Stärke liegt in eurer Kompetenz.

In eurem Wissen…in eurer Erfahrung!

In eurer täglichen Leistung.

 

Mitbestimmung lebt vom Mitmachen.

Vom Einbringen.

Vom konstruktiven Dialog….Transparenz

 

Lasst uns selbstbewusst auftreten.

Lasst uns geschlossen handeln.

Jetzt ist die Zeit für Klarheit.

Jetzt ist die Zeit für Verantwortung.

Jetzt ist die Zeit für einen starken, gemeinsamen Aufbruch.

Ich bitte euch um euer Vertrauen.

Für Liste 7…..Die andere Liste!